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DER HOCHRHEIN -
eine alemannische Flußlandschaft
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von
Andreas Gruschke
erschienen im Schillinger Verlag, Freiburg i. Br. 1995

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Der «Hochrhein - eine alemannische
Flußlandschaft» ist nicht nur ein abwechslungsreicher
Bildband, sondern auch ein "Geschichte- und- Geschichten- Buch", der kurzweilig
von einer der schönsten und doch wenig vertrauten Landschaften im
süddeutschen Baden berichtet. Dabei kommt nicht nur die Landschafts-
und Kulturgeschichte zu Wort, sondern es werden über die wichtigsten
und schönsten Orten entlang der verträumten Flusslandschaft auch
solche Mythen, Legenden und Anekdoten zum Besten geben, die wir andernorts
so gerne hören und zu Hause immer mehr vergessen...
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INHALTSVERZEICHNIS
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Am Rhein, am Rhein...!
Einleitende
Worte..........1
Der Rhein -der Hochrhein..........3
Landschaften am Hochrhein..........5
Naturgeschichte..........6
Der Hochrhein und seine Nebenflüsse..........9
Geschichte und Geschichten..........15
Schiffahrt auf dem Hochrhein..........18
Per Schiff auf dem Rhein von Stein bis Basel..........22
Mit em Bähnli de Rhy duruuf *)
Flußaufwärts
am rechten Ufer..........34
Uf em Velo de Rhy durab *)
Linksrheinisches
Mosaik..........43
Sagenhaftes vom Hochrhein..........56
Anekdoten, Legenden
und Mythen vom Hochrhein (siehe rechte Spalte)
Gedichte und Geschichten
(siehe
rechte Spalte)
Rheinbrücken, -wehre und -fähren..........76
Touristisch relevante Informationen
Praktischer Hinweisteil..........78
Schiffahrtsbetriebe und
ihre Strecken
Fähren
Museumsbahnen
Fahrradverleih
Anmerkungen und Literaturhinweise..........83
*) Anmerkung
für Nicht-Alemannen:
Auch
wenn die Titel Dialekt benutzen, ist der Text doch nicht auf alemannisch
abgefasst, also auch für Nicht-Alemannen verständlich. Es gibt
einige wenige Ausnahmen unter den Legenden und Gedichten.
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SAGENHAFTES VOM HOCHRHEIN
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Die Anekdote vom Bäcker
zu Stein..........56
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Gründungslegende der St.
Nikolauskapelle zu Obergailingen..........56
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Hobelgeiß und Hilpetrütsche..........57
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Der Teufel unterm Birnbaum..........57
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Der kopflose Mann..........57
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Das Narrengericht zu Stockach..........58
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Der
Poppele vom Hohenkrähen..........58
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Schweizerwort gilt!..........59
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Warum so viele Lupfener Grafen
Hans geheißen..........59
-
Die Gründung des Klosters
Rheinau 60
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Fluhhaldenmännlein und
Fluhhaldenweiblein 60
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Der stolze Freiherr von Krenkingen
60
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Die drei Wasserstelzen 60
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Zur Ach mit Weh und Ach 61
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Die heilige Verena in Zurzach
62
-
Der lange Stein 63
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Der Spuk im Schloß Homburg
64
-
Der Müserngeist von Gebistorf
64
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Der Hausgeist im Brandbalken
65
-
Wie
der Papst von den alt-aargauischen Städten bewirtet worden ist...
65
-
Der Schwarze im Pfahl 67
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Rudolf von Habsburgs Nase 67
-
Das Waldshuter Männlein
67
-
Die Wuttränen des Teufels
68
-
Der Lehlifotzel 68
-
Der feurige Mann 68
-
Der Totenbühl bei Murg
69
-
Der Schimmelreiter von Homburg
69
-
Der heilige Fridolin 70
-
Der Trompeter von Säckingen
70
-
Schwedenholz und Schwedenloch
70
-
Erdmännli durch Neugier
verscheucht 71
-
Der Forstjoggele 72
-
Der verbotene Liebesbund 72
-
Der Lälle von Rheinfelden
72
-
Versunkene Orte 73
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Die zwölf Rheinfeldner
Ratsherren 74
-
Ruf der Sterbenden 74
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Die Schönauer Glocke und
Basel 75
GEDICHTE
UND GESCHICHTEN
-
Die Wölfe (Wagner von Laufenburg)
..........30
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Man stahl uns einen Wasserfall
(Maré Stahl) ..........38
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Das
Hexlein (Johann Peter Hebel) 46
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Rheinkraftwerk Laufenburg (Christian
Morgenstern) ..........50
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AM RHEIN, AM RHEIN ...!
"Was ist es, das diese magische
Wirkung auf die Gemüter ausübt? Ist es der Duft der Rebenblüte,
der sich im Becher verjüngt, oder der edle Geist des Weins,
der von dem Zauberwort erlöst in uns überströmt? Oder weht
uns der frische Hauch des Rheintals an, die gesunde Alpenluft, die der
Strom von den Gletschern seiner Heimat bei sich führt? Ist es
der königliche, tiefgehende Fluß selbst, der seine klaren, grünen
Wogen mit ... Ruhe von der Schweiz bis Holland wälzt? Sind es seine
gepriesenen, vielbesungenen Ufer, das jährliche Ziel einer neuen Völkerwanderung?
Sind es die sanft geschwungenen Rebenhügel, denen der geistreiche
Most entströmt, oder die starren Felsen, von denen Schlösser
und Burgen als Zeugen einer großen Vergangenheit niederblicken? ...
Sind es die geschichtlichen Erinnerungen oder die alten vertrauten Sagen?
Ist es die schöne Gegenwart oder die lachende Zukunft, was uns vor
die Seele tritt, wenn der Name Rhein uns ergreift? Dies alles erschöpft
den Zauber des Wortes nicht, und wenn sich noch tausend andere Vorstellungen
unbewußt mit jenen verbänden, so würde doch die Magie des
Namens unenträtselt bleiben." (1) |
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Was Karl Simrock
vor nunmehr fast eineinhalb Jahrhunderten so schwärmerisch vom Rhein
geschrieben hat, das gilt allemal auch für jenen Teil unserer alemannischen
Heimat, den der große Strom zwischen Bodensee und Basel durchfließt.
Zwar denkt die Mehrzahl der Reiselustigen an das durch die deutschen Dichter
romantisch verklärte Tal des Mittelrheins zwischen Mainz und Koblenz,
wenn sie den Namen Rhein im Zusammenhang mit Rebenhügeln, Weingenuß
und auf steilen Felsen thronenden Burgen hören. Diese landschaftlich
reizvollen Aspekte sind dem Rhein in Alemannien jedoch keineswegs fremd,
vielmehr sind sie eingebettet in eine noch abwechslungsreichere Umgebung.
Zwar sind die beiderseits des Oberrheins angebauten Weine - aus dem deutschen
Baden und dem französischen Elsaß - bekannter als jene des Hochrheines.
Kenner jedoch wissen jene edlen Tropfen zu schätzen, die zu Füßen
der Stein'schen Burg Hohenklingen am Ausfluß des Rheins aus dem Bodensees
gedeihen, wie auch die angenehm herben Weine aus dem Schaffhausischen,
dem Zürcher Land um den Rheinbogen zwischen Rüdlingen und Eglisau
sowie der Gegend um die Aare-Mündung. |
| Daß die Schlösser
und Burgen zu beiden Seiten des Hochrheins letztlich weniger besungen wurden
als jene flußauf- und -abwärts der Loreley, mag daran liegen,
daß sie zum einen oft versteckt in wildromantischen Seitentälern
oder gar inmitten dichter Wälder liegen, wo sie dem Durchreisenden
verborgen blieben. Anders als am Mittelrhein war auf den Wassern des Hochrheins
wegen ihres wilden Charakters nur wenig Passagierverkehr auf Booten möglich
gewesen: oft genug sind mehr Menschen als jener eine Fischer zu Füßen
der Loreley in die Tiefe gerissen worden. Als Grenzland zwischen der Eidgenossenschaft
und unterschiedlichen größeren (Habsburg, später
Großherzogtum Baden u.a.) und kleineren Herrschaften nordwärts
des Flusses war der Hochrhein überdies lange Zeit bei weitem nicht
so stark besucht und bereist wie dreihundert Kilometer stromabwärts.
Dies bewahrte ihm jahrhundertelang seine Ursprünglichkeit und rettete
ein wenig von seinem wilden Charakter in die Neuzeit herüber. Heute
jedoch, wo die Bedeutung von Staatsgrenzen in Europa immer mehr schwindet,
die grenzüberschreitende Kooperation wächst und gutnachbarschaftliche
Beziehungen zur Selbstverständlichkeit geworden sind, ist das Hochrhein-Tal
zwischen Bodensee und schweizer-deutsch-französischem Dreiländereck
zu einer alemannischen Kernlandschaft geworden, in die wir nun zu einer
kleinen Entdeckungsreise aufbrechen wollen.
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(1)
Zit.
Karl Simrock, «Der Rhein», Verlag Lothar Borowsky, München
ohne Jahrgang, S. 7f. |
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